Burgmagerbein
Das Dorf Burgmagerbein liegt 3,5 km nordwestlich von Bissingen an dem linksseitigen Talhang im Kesseltal und an der vom Donautal in Ries führenden Durchgangsstraße. Älteste Bodenfunde aus dem Bereich der Gemarkung entstammen bronzezeitlichen Grabhügeln, in denen sich auch hallstattzeitliche und keltische Nachbestattungen fanden.
Der Name Magerbein wird so schon erstmals 1139 urkundlich erwähnt. Eine Erklärung des Ortsnamens kann nur schwer gegeben werden, möglicherweise deutet er aber auf eine vorchristliche, heidnisch-germanische Kultstätte. Im Kesseltal liegen drei Magerbein eng zusammen, von denen Untermagerbein (Landkreis Donau-Ries) das älteste und Obermagerbein das jüngste sein dürften. Der Name Burgmagerbein taucht 1365 erstmals auf und weist durch sein Unterscheidungswort hin auf die Burg der vom 12. Jahrhundert bis zum Jahre 1365 urkundlich genannten Herren v. Magerbein; von der Burg, welche 1366 von einem Ott Büffel v. Magerbein an die Herren v. Stain (Diemantstein) veräußert wurde, lassen sich keine Reste mehr nachweisen.
In sämtlichen drei Magerbein war schon 1139 das weit entlegene Schwarzwaldkloster St. Georgen begütert; unbekannt ist es, wer diese Besitzungen an das Kloster gegeben hat. Im Jahre 1468 veräußerte es seinen Besitz zu Unter-, Ober- und Burgmagerbein "in den Dörflin in dem Rieß", insgesamt einen Maierhof mit 8 Huben, 3 Lehen und 8 Sölden, an das Kloster Mönchsdeggingen; der Besitz kam dadurch unter die Oberhoheit der Grafen v. Oettingen und fiel schließlich nach der Säkularisation von 1803 ganz an die Fürsten v. Oettingen. Diese waren hier schon seit alters durch die Herrschaft Hohenburg an der Grundherrschaft beteiligt (1559: Ein Hof, 7 Sölden, 1 Lehen). Im Jahre 1813 bestand Burgmagerbein aus 21 Wohnhäusern, 1961 zählt der Ort 17 Wohngebäude.
Ursprünglich gehörte Burgmagerbein zur Pfarrei der Muttersiedlung in Untermagerbein. Nachdem hier 1557 die Reformation durch die protestantisch gewordenen Grafen v. Oettingen-Oettingen als Landesherren eingeführt worden war, Burgmagerbein aber zu dem unter Schutzherrschaft der katholisch gebliebenen Grafen v. Oettingen-Wallerstein stehenden Kloster Mönchsdeggingen gehörte, blieb der Ort überwiegend katholisch und wurde nach Mönchsdeggingen eingepfarrt; die hohenburgische Untertanen dagegen wurden nach Fronhofen umgepfarrt. Begräbnisstätte blieb zunächst noch der Friedhof im protestantischen Untermagerbein, und erst 1748 wurde sie für Burgmagerbein der Friedhof zu Mönchsdeggingen. Dorthin wurden 1851 auch die einst hohenburgischen Untertanen zu Burgmagerbein, die zur Pfarrei Fronhofen gehörten, umgepfarrt. Diese die seit dem Spätmittelalter herrschenden Grundbesitz- und Herrschaftsverhältnisse widerspiegelnde Pfarreiorganisation blieb auch fernerhin bestehen. - In Burgmagerbein stand ehemals eine Marthakapelle. Die heutige Dorfkapelle ist jüngeren Alters.
Der rund 1,5 km nordöstlich von Burgmagerbein auf der Jurahochfläche gelegene Reimertshof wird 1240 erstmals als Rumoldeshoven genannt. Der Name bedeutet soviel wie zu den Höfen eines Rumold. Reimertshof war Rechslehen und als solches um 1240 in der Hand der Herren v. Harburg. Später gehörte die Vogtei über den Hof zur Burg in Burgmagerbein und kam mit dieser 1366 an die Herren v. Stain. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert besaß die Herrschaft Hohenburg den Reimertshof. Wie Burgmagerbein, so gehörte auch der Einödhof ursprünglich zur Pfarrei Untermagerbein, wurde 1557 nach Mönchsdeggingen und schließlich 1851 nach Stillnau umgepfarrt. - 1 km ostnordöstlich von Burgmagerbein liegt gleichfalls auf den Jurahöhen der Leitenhof. Der Name wird erstmals 1584 als Leitten genannt, was soviel bedeutet wie (Siedlung an einem) Berghang. Der Hof war damals schon abgegangen und wurde erst 1706 wieder aufgebaut. Er gehörte ursprünglich zum oettingen-oettingischen Oberamt Harburg und kam 1708 durch den Kauf an das oettingen-wallersteinische Vogtamt Unterbissingen. Wie der Reimertshof, so gehörte ebenso der Leitenhof ursprünglich zur Pfarrei Untermagerbein, wurde 1557 nach Mönchsdeggingen und schließlich 1855 nach Stillnau umgepfarrt. - Abgegangen ist in der gleichen Gegend der Herhof, der nur auf einer ziemlich genauen Karte der Grafschaft Oettingen von 1716 eingetragen ist. Der Name ist wohl als Hof an einem Heerweg oder an einer Heerstraße zu deuten, womit häufig ältere Verkehrswege bezeichnet wurden. Über seine Geschichte lässt sich aber nichts sagen.
Wohl im Kesseltal gelegen, ist bei Unter- oder Burgmagerbein ein weiterer Ort, Isenbrechtshofen, abgegangen, was soviel bedeutet wie zu den Höfen eines Isenbrecht. Bei der einzigen Nennung des Ortsnamens im Jahre 1365 war der Ort schon verschwunden.(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)