Diemantstein

Das Dorf Diemantstein liegt 9 km nördlich von Höchstädt im Bereich der Schwäbischen Alb im enggewundenen Kesseltal an der Durchgangsstraße Höchstädt-Nördlingen.
Die Gründung des Ortes Diemantstein geht zurück auf die Herren vom Stain oder von dem Stain, die seit dem Jahre 1236 urkundlich nachweisbar sind und die wohl eine Seitenlinie der Herren von Fronhofen-Hohenburg waren. Kurz vor dem Jahre 1236 erbauten sie sich eine Burg, die sie zunächst Stain benannten. Da der Burgenname Stain mehrfach vorkommt, wurde zur Unterscheidung von den Namen anderer Burgen zu dem bloßen Namen Stain der Personenname Diemo hinzugefügt, der sich sowohl bei den Herren vom Stain wie bei den Herren von Fronhofen-Hohenburg öfters nachweisen lässt. Erstmals tritt der Ortsname in der heutigen Form im Jahre 1362 als Diemantstein auf.
Im Schutz der Burg siedelten sich bald Bauern und Söldner an, so dass eine typische Burgsiedlung wie etwa in Altenberg, Eppisburg und Hochstein entstanden ist. 1603 bestand Diemantstein aus 6 Höfen, 1 Lehen, 39 Sölden, 2 Tafernen, der Badstube, Mühle und Schmiede.
Nach dem Aussterben der Herren vom Stain bzw. Diemantstein, die später das Baronat erhielten und zuletzt sogar gegraft wurden, kam die Herrschaft Diemantstein im Jahre 1730 zunächst an Verwandte der Grafen und 1758 an das Augsburger Reichsstift St. Ulrich und Afra. Dieses war durch den Besitz der Propstei Unterliezheim schon in dem unmittelbar südlich an Diemantstein angrenzenden Dorfe Unterliezheim begütert. Im Jahre 1777 stieß das Kloster aber den unter oettingischer Landeshoheit stehenden Besitz der reichsritterschaftlichen Herrschaft Diemantstein an die Grafen von Oettingen-Wallerstein ab, die durch diese zusätzliche Erwerbung fast zum alleinigen Gerichts- und Grundherrn im mittleren Kesseltal wurden. Sie errichteten in Diemantstein ein Lehen- und Allodialverwalteramt, welches im Jahre 1807 dem Justizamt Bissingen einverleibt wurde.
Diemantstein gehörte ursprünglich zur Urpfarrei Unterringingen, doch bestand hier schon frühzeitig eine Burgkapelle mit Benefizium. Im 16. Jahrhundert wurde wie in Unterringingen (1556) so auch in Diemantstein die Schlosskapelle in Diemantstein wieder dem katholischen Kultus geöffnet und 1629 den Untertanen der Herrschaft der Besuch der protestantischen Gottesdienste untersagt sowie gleichzeitig ein Kirchhof angelegt. 1711 wurde Diemantstein zur Pfarrei erhoben. Die heutige Pfarrkirche St. Ottilia stammt von 1761 und wurde 1876 erweitert.
Im Jahre 1813 bestand Diemantstein aus 67 Wohnhäusern. Seither ist der Ort nur geringfügig gewachsen (1961: 71 Wohngebäude).

(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE") 


Das Pfarrdorf Diemantstein liegt 5 km westlich von Bissingen im enggewundenen Kesseltal an der Durchgangsstraße Höchstädt-Nördlingen.
Die Gründung des Ortes Diemantstein geht zurück auf die Herren von Stain oder von dem Stain, die seit 1236 urkundlich nachweisbar sind und die wohl eine Seitenlinie der Herren v. Fronhofen-Hohenburg waren. Kurz vor 1236 erbauten sie sich eine Burg, die sie zunächst Stain benannten. Da der Burgenname Stain mehrfach vorkommt, wurde zur Unterscheidung von anderen Burgen gleichen Namens zu dem Namen Stain der Personenname Diemo hinzugefügt, der sich sowohl bei den Herren vom Stain wie bei den Herren v. Fronhofen-Hohenburg öfters nachweisen lässt. Erstmals tritt der Ortsname in der heutigen Form 1362 als Diemantstein auf.
Im Schutz der Burg siedelten sich bald Bauern und Söldner an, so dass eine Typische Burgsiedlung - wie etwa in Altenberg, Eppisburg und Hochstein - entstanden ist. 1603 bestand Diemantstein aus 6 Höfen, 1 Lehen, 39 Sölden, 2 Tafernen, der Badstube, Mühle und Schmiede.
Die Herren vom Stain bzw. Diemantstein wurden im Jahre 1708 in den Grafenstand erhoben. Nach ihrem Aussterben kam die Herrschaft Diemantstein im Jahre 1730 zunächst an Verwandte der Grafen und 1758 an das Augsburger Reichsstift St. Ulrich und Afra. Dieses war durch den Besitz der Propstei Unterliezheim schon in dem unmittelbar südlich an Diemantstein angrenzenden Dorfe Unterliezheim begütert. Im Jahre 1777 stieß das Kloster aber den unter oettingischer Landeshoheit stehenden Besitz der reichsritterschaftlichen Herrschaft Diemantstein an die Grafen v. Oettingen-Wallerstein ab, die durch diese zusätzliche Erwerbung fast zum alleinigen Gerichts- und Grundherrn im mittleren Kesseltal wurden. Sie errichteten in Diemantstein ein Lehen- und Allodialverwalteramt für ihren Besitz zu Diemantstein, Hochdorf, Leiheim, Maushof, Oberliezheim, Tuifstädt, Unterriningen und Warnhofen, welches im Jahre 1807 dem Justizamt Bissingen einverleibt wurde.
Diemantstein gehörte ursprünglich zur Urpfarrei Unterringingen, doch bestand schon frühzeitig eine Burgkapelle mit Benefizium. Im 16. Jahrhundert wurde wie in Unterringingen (1556), so auch in Diemantstein die Reformation eingeführt, 1624 aber durch die Herren v. Diemantstein die Schlosskapelle in Diemantstein wieder dem katholischen Kultus geöffnet und 1629 den Untertanen der Herrschaft der Besuch der protestantischen Gottesdienste untersagt sowie gleichzeitig ein Kirchhof angelegt. 1711 wurde Diemantstein zur Pfarrei erhoben. Die heutige Pfarrkirche St. Ottilia stammt von 1761 und wurde 1876 erweitert; sie liegt direkt neben dem einstigen Schloss, das 1826 bis auf Nebengebäude abgebrochen wurde.
Im Jahre 1813 bestand Diemantstein aus 67 Wohnhäusern. Seither ist der Ort nur geringfügig gewachsen (1961: 71 Wohngebäude).

(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)