Fronhofen

Das Pfarrdorf Fronhofen liegt 4 km nordwestlich von Bissingen auf dem Höhenrücken über dem hier enggewundenen und mächtig in die Jurahöhen eingetieften Lauf der Kessel. Schon durch seinen Namen, der als Siedlung an einem Fronhof (= Herrenhof, Burg) zu erklären ist, weist der Ort darauf hin, dass er keine alamannische Gründung ist, sondern die eines Adelsgeschlechtes. Den namengebenden Fronhof haben wir in Fronhofen selbst und nicht etwa  in der benachbarten Hohenburg zu sehen, doch haben sich vom Fronhofer Herrensitz keine Überreste erhalten. Ortsgründer waren wahrscheinlich die edelfreien Herren v. Fronhofen, die dem gleichen Geschlechte angehörten, welches sich auch auf anderen Kesseltalburgen (so etwa Hohenburg, Hochstein, Kömertshof, Diemantstein) nachweisen lässt. Die Herren v. Fronhofen sind nur um 1140/50 genannt. Von ihnen kam denn  der Besitz an die Herren v. Hohenburg, die gleichfalls seit etwa 1140 genannt sind und auf der 500 m westlich von Fronhofen (auf einem auf drei Seiten von der Kessel umflossenen Bergsporn) gelegenen Hohenburg saßen. Die zwischen 1268 und 1313 nachgewiesenen jüngeren Herren v. Fronhofen waren Dienstleute (Ministerialen) der Herren v. Hohenburg. Fronhofen teilte in der Folgezeit die Geschichte der Herrschaft Hohenburg, zu der umfangreicher Besitz im Kesseltal gehörte, so zu Fronhofen, Bissingen, Göllingen, Oberliezheim, Stillnau, Thalheim und Tuifstädt. Die Herren v. Hohenburg sind noch 1319, also nach dem Verkauf ihrer Herrschaft an die mächtigen Grafen v. Oettingen (vor 1281), bezeugt. Im Spätmittelalter verlagerte sich der Sitz dieser Herrschaft von der Hohenburg nach Bissingen, das Schloss Hohenburg wurde damit aufgelassen. Im Jahre 1560 noch als solches bezeugt, war es 1593 schon zur Ruine geworden.
Fronhofen bestand im Jahre 1559 aus 2 Höfen und 15 Sölden, im Jahre 1813 aus 21 Wohnhäusern. Seither ist der Ort nur wenig gewachsen (1961: 29 Wohngebäude). Entsprechend seiner geschichtlichen Vergangenheit ist Fronhofen Sitz einer alten Pfarrei, die wohl auf eine Gründung durch die Herren v. Fronhofen zurückgeht und ursprünglich wohl nur für Fronhofen zuständig war. Nach der Einführung der Reformation in den Nachbarpfarreien Unterringingen und Untermagerbein (1556/57) bzw. nach der Durchführung der Gegenreformation in der zwischen 1557 und 1558 gleichfalls der neuen Lehre zugewandeten Herrschaft Hohenburg wurden zur Pfarrei Fronhofen die katholischen Untertanen der Herrschaft Hohenburg-Bissingen zu Thalheim, Oberringingen, Obermagerbein, Hochdorf, Tuifstädt sowie Warnhofen (bis 1843) und Burgmagerbein (bis 1851) gezogen. Pfarrkirche ist nicht die Mariahilfkirche im Ort Fronhofen selbst, welche erst nach 1724 entstanden ist, sondern die Michaelskirche 500 m nördlich von Fronhofen auf der bealdeten Bergkuppe des Michelsberges. Der auf drei Seiten von der Kessel umflossene Berg trägt Rest wohl vorgeschichtlicher Erdbefestigungen; auf seiner Nordseite befindet sich die Höhle "Hansele Hohl" mit Funden aus der Jungsteinzeit (Bandkeramik), welche wahrscheinlich auf eine Verwendung als Kulthöhle deuten. Die heutige Michaelskirche mit ihrem kuppelgekrönten Turm stammt aus dem 14./15. Jahrhundert und wurde 1684  verlängert, der Turm selbst stammt aus der Zeit um 1745. Die Maria-Hilf-Kirche im Ort selbst ist ein Neubau von 1863.

(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)