Kesselostheim

Das Dorf Kesselostheim liegt 2 km leicht südöstlich von Bissingen am Zusammenfluss von Kessel und dem von Norden kommenden Rohrbach sowie an der vom Donautal über Bissingen ins Ries führenden Durchgangsstraße.
Älteste Bodenfunde aus dem Bereich der Gemarkung entstammen der Hallstatt- und Keltenzeit.
Der ältere Name von Kesselostheim lautet einfach Ostheim, was soviel wie das östlich, nämlich von Bissingen aus, gelegene Heim bedeutet. Von da aus dürfte der Ort wohl noch im 7. Jahrhundert gegründet worden sein. Reihengräberfunde dieser Zeit, die auf dem Kappelberg (südlich am jenseitigen Kesselufer) gemacht wurden, dürfen möglicherweise mit Ostheim in Verbindung gebracht werden. In späterer Zeit stand auf dem Kappelberg eine Kirche, die 1375 ausdrücklich genannt wird. Sie hatte sogar, den jüngeren hier gefundenen Bestattungen nach zu schließen, das Begräbnisrecht. Diese Kirche hieß später Benediktuskapelle und ist nach 1716 abgegangen; sie war wohl eine Tochterkirche von Bissingen.
Kesselostheim war Sitz einer Herrschaft. Als deren älteste Inhaber sind die nach dem Ort sich nennenden Herren v. Ostheim  anzunehmen; ob ein 1270 genannter Ulrich v. Ostheim unserem Kesselostheim zuzuweisen ist, bleibt unsicher. Später kam der Besitz zu Kesselostheim ziemlich geschlossen an die Donauwörther Familie Vetter,  die ihn, darunter einen Burgstall sowie 2 Höfe und 16 Sölden, 1459 an das Kloster Mönchsdeggingen verkaufte. Eine weitere Sölde gehörte etwa zur gleichen Zeit zur Herrschaft Hohenburg-Bissingen. Beim Kloster Mönchsdeggingen verblieb Kesselostheim bis 1803, kam dann durch die Säkularisation an die Fürsten v. Oettingen-Wallerstein und 1806 an Bayern. 1807 wurde es dem Justizamt Bissingen zugeteilt. Seit 1356 wurde Kesselostheim von dem 14 km nördlich gelegenen Wörnitzostheim als Ostheim an der Kessel unterschieden, was seit dem späten 16. Jahrhundert zum einfacheren Kesselostheim zusammengezogen wurde.
Das Dorf bestand im Jahre 1813 aus 19 Wohnhäusern. Seitdem ist es um etwa die Hälfte gewachsen (1961: 33 Wohngebäude).
In kirchlicher Beziehung gehörte Kesselostheim  wohl seit jeher zur Pfarrei Bissingen.

(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)