Oberringingen
Das Dorf Oberringingen liegt 9 km leicht nordwestlich von Bissingen im oberen Teil des Kesseltales über dem Tal des Fohlenbachs, eines linken Kesselzuflusses.
Älteste Bodenfunde aus der Flur von Oberringingen entstammen der Jungsteinzeit. Oberringingen wird erstmals 1262 als "superior villa Ringingen" genannt. Der Ort dürft eine frühere Ausbausiedlung sein, welche wohl von Unterringingen aus angelegt und auch von dort her benannt wurde. Nach der Höhenlage und nach der Lage zum Lauf des Fohlenbaches wurden die beiden Ringingen (= zu den Leuten eines Ringo) durch die Hinzufügung von ober und unter unterschieden.
Die ältere Besitzgeschichte ist nicht klar. Im Jahre 1262 erwarben hier die Grafen v. Oettingen vom Kloster Ellwangen Besitzungen, welche dann möglicherweise 1445 an die Herrschaft Diemantstein verkauft wurde (1 Hof und 3 Hofstätten). Von den Grafen v. Oettingen ging weiterer Grundbesitz zu Lehen (anfangs 1 Hof, zuletzt 2 Höfe und zehn Sölden). Diese Lehen befanden sich in Hand von Adeligen (um 1313 Herren v. Hohenreichen zu Bissingen, vor 1450 bis 1482 Herren v Weiler, dann Herren v. Westerstetten, bis 1568 Schertlin, hierauf die Herren v. Bemmelberg und seit diesen zur Herrschaft Hohenburg-Bissingen gehörend). Von Schertlin oder seinen Besitzvorgängern wurde auf diesem Besitz ein Schloss erbaut, welches aber um 1700 wiederum abgebrochen wurde. - Am Grundbesitz zu Oberringingen war auch seit alters die Herrschaft Hochhaus beteiligt (um 1575 ein Hof und drei Sölden), seit 1568 die Herrschaft Hohenburg sowie schließlich die Johanniterordenskommende Kleinerdlingen.
Ursprünglich gehörte Oberringingen in kirchlicher Hinsicht zur Pfarrei des oberen Kesseltals, zu Unterringingen. Seit der Einführung der Reformation zu Unterringingen (1556) war Oberringingen entsprechend den verschiedenen Grundherrschaften auch konfessionell gespalten. Die protestantischen Untertanen der Herrschaft Hochhaus gehörten auch fernerhin zu Unterringingen, während die katholischen Hintersassen der Herrschaft Hohenburg (seit 1568) nach Fronhofen und die der Herrschaft Diemantstein (seit 1629) nach Diemantstein eingepfarrt waren.1 km nordöstlich von Oberringingen liegt auf der Jurahöhe an der Durchgangsstraße vom Donautal ins Ries der Weiler Hochdorf, der aus den ursprünglichen Siedlungen Hochdorf und Maushof besteht. Hochdorf wird erstmals im Jahre 1411 als Hohendorf genannt, was soviel bedeutet wie zu dem hoch gelegenen Dorf (im älteren Sinne von Hof). (Der bislang auf Hochdorf bezogene älteste Beleg von 1256 ist offensichtlich einem bei Stillnau abgegangenen Ort Hohendorf zuzuweisen). In Hochdorf hatte die Herrschaft Hohenburg 1559 1 Hof, die Herrschaft Diemantstein im Jahre 1603 1 Hof und 1 Lehen. Im Jahre 1813 bestand der Ort aus drei Häusern. Heute wird zu Hochdorf gerechnet der Maushof, über dessen Entstehung nichts gesagt werden kann. 1694 ist die Rede von dem Maußbauern zu Hochdorf. Der spätere Name Maushof ist wohl als Schrumpf- oder Klammerform zu Mausbauernhof zu erklären. 1813 bestand die einstige Einöde aus einem Hof. - 2 km nordöstlich von Oberringingen liegt am Waldrand das fürstlich-oettingische Jägerhaus, welches um die Jahrhundertwende entstanden.
Abgegangen ist in der Flur Oberringingen, und zwar nahe der westlichen Gemarkungsgrenze, die Einöde Haid. Diese wurde 1728 als Wasenmeisterei für die Orte Oberringingen, Zoltingen, Hochdorf, Warnhofen und Diemantstein errichtet und nach dem Flurnamen Haide benannt. Abgegangen ist Haid gegen 1900.(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)