Stillnau
Das Pfarrdorf Stillnau liegt auf den Jurahöhen über dem Rohrbachtal, einem linken Kesselzufluss, 1,5 km nordöstlich von Bissingen.
Stillnau wird erstmals um das Jahr 1150 als Stillenouwe genannt, was wahrscheinlch als Kurzform zu Stillenbachouwe oder Stillenachouwe zu deuten ist, d. h. als (Siedlung bei der ) an einem "stillen" (leise fließenden) Bach gelegenen Au. Der Ort ist keine Ursiedlung, sondern als von Bissingen aus angelegte Ausbausiedlung zu betrachten.
Grundherrschaftlich waren hier vor allem die Herrschaft Hohenburg-Bissingen sowie die Grafschaft Oettingen (Vogtamt Unterbissingen) begütert; erstere besaß hier um 1559 2 Höfe, 12 Sölden, 1 Lehen und das Hirtenhaus, letztere um 1573 1 Hof, 12 Sölden und 1 Hofreite. Diese beiden Grundherrschaften blieben bestimmend bis zum Ende der alten Ordnung.
Von etwa 1150 bis 1384 wird ein niederes Adelsgeschlecht erwähnt, welches sich nach dem Orte benannte, die Herren v. Stillenawe(-owe). Wo ihre Burg gestanden hat und in wessen Diensten sie ursprünglich standen (Herren v. Hohenburg-Fronhofen?), ist ungewiss.
Im Jahre 1813 zählte der Ort 40 Wohnhäuser, welche Zahl bis heute fast konstant geblieben ist (1961: 42 Wohngebäude).
Ursprünglich gehörte Stillnau zur Pfarrei Bissingen und wurde erst über ein Schulbenefizium (1828) im Jahre 1847 zu einer eigenen Pfarrei erhoben. Die dem hl. Albanus geweihte Pfarrkirche war früher eine zeitweise stark besuchte Wallfahrtskirche. Ihr heutiger Bau geht auf die Jahre 1669 - 1672 zurück.Bei Stillnau ist ein Ort Hochdorf abgegangen. 1256 wird dieses Hochdorf erstmals als Hohendorf genannt, was soviel bedeutet wie zu dem hoch gelegenen "Dorf" (hier wohl im älteren Sinne von Hof). Damals kam ein hier gelegener Hof durch die Herren v. Hohenburg an das Kloster Kaisheim, von diesem aber vor 1319/39 an die Marschälle v. Oberndorf und vor 1426 an das Spital Nördlingen, welches zu Stillnau schon seit 1386 begütert war. Der Hof ist wohl nach 1426 abgegangen.
(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)