Unterbissingen

Das Kirchdorf Unterbissingen liegt 500 m südlich vom Markt Bissingen und südlich der Kessel an einem Talhang. Der Ort wird erstmals 1377 als Niderpissingen und 1460 erstmals als Underpissingen genannt. Der Name bezeichnet ein von der Höhenlage her gesehen unterhalb von (Markt) Bissingen gelegenes Bissingen und damit wohl eine von Bissingen aus angelegte mittelalterliche Ausbausiedlung.
Im späten 14. Jahrhundert saß zu Unterbissingen das Geschlecht Unbereit. Der Hauptbesitz im Ort selbst dürfte damals schon in der Hand der Grafen v. Oettingen gelegen haben, die hier ein eigenes, von der Herrschaft Hohenburg-Bissingen völlig unabhängiges Vogtamt besaßen. Möglicherweise geht deshalb die Erwerbung des Besitzes zu Unterbissingen durch die Grafen in die Zeit vor der Erwerbung des Besitzes zu Unterbissingen durch die Grafen in die Zeit vor der Erwerbung der Herrschaft Hohenburg (zwischen 1270 und 1281) oder aber auf die Zeit nach der Veräußerung dieser Herrschaft (1455) zurück. 1573 unterstanden diesem Vogtamt in Unterbissingen selbst 3 Höfe, 1 Hofreit und 37 Sölden. Mit der Neuorganisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Vogtamt Unterbissingen dem Oberamt Bissingen eingegliedert. Im Jahre 1813 bestand das Dorf aus 52 Wohnhäusern und ist seither nur geringfügig gewachsen (1661: 55 Wohngebäude)
In kirchlicher Beziehung gehört Unterbissingen heute noch zur Urpfarrei des mittleren Kesseltals, zu Bissingen. Am Südrand des Dorfes steht eine spätgotische Ulrichskirche, deren Patrozinium möglicherweise auf das Augsburger Kloster St. Ulrich und Afra zurückgeht.

1 km südöstlich von Unterbissingen liegt auf der Jurahöhe der Weiler Buch a. Rannenberg, der schon um 1150 als Buoch genannt wird. Der Name bedeutet soviel wie Siedlung an einem Buch (= Buchenwald). Zur Unterscheidung von anderen Orten mit diesem nicht seltenen Namen wurde der Name des Berges, auf dem der Ort liegt, beigefügt; seinen Namen leitet er von Ronen (= Baumstöcke, Windbruch) her. In Buch a. Rannenberg war seit vor dem Jahre 1150 bis 1540 das Augsburger Kloster St. Ulrich und Afra begütert, das diese Besitzungen dann an die Grafen v. Oettingen abstieß. Buch selbst mag als Ausbausiedlung vom Kesseltal (Unterbissingen?) aus angelegt worden sein. - Kesselabwärts von Unterbissingen aus liegt am Fuß eines Juraberges an der Kessel die Bergmühle, die 1283 als Berckmul genannt wird und damals von einem Bürger zu Bopfingen an das Kloster Kaisheim kam, bei dem sie bis zur Säkularisation (1803) verblieb.

(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)