Unterringingen

Das Pfarrdorf Unterringingen liegt 6 km nordwestlich von Bissingen im oberen Teil des Kesseltals.
Unterringingen geht wohl auf eine alamanische  Gründung zurück. Unterringingen ist Urmark und Urpfarrei für das ganze, im heutigen Landkreis Dillingen gelegene Gebiet des oberen Kesseltals. Durch Abtrennung der Tochtersiedlungen (u. a. Oberringingen, Leiheim, Thalheim, Warnhofen, Zoltingen) kam es, dass Unterringingen heute über eine nur sehr kleine Gemarkung verfügt.
Der Ort wird erstmals 1247 als Ringigen genannt, was soviel bedeutet wie zu den Leuten eines Ringo. Zur Unterscheidung von dem benachbarten Oberringingen wurde das Wort unter beigefügt, doch tritt diese Hinzufügung erst spät auf (erstmals 1411).
In Unterringingen war seit alters vor allem die Herrschaft Hochhaus begütert, die 1347 an die Grafen v. Oettingen überging; diese hatten schon zuvor Besitz in Unterringingen gehabt. Die Herrschaft Hochhaus besaß 1575 zu Unterringingen 2 Höfe, 8 Sölden und 1 Schenkstatt. Anderer Besitz wurde 1445 von den Grafen v. Oettingen an die Herren vom Stein von Diemantstein verkauft (2 Höfe, 4 Hofstätten, Taferne), welche Herrschaft hier um 1603 noch 6 Sölden und 1 Taferne besaß. Mit der Grafschaft Oettingen, zu der schließlich Unterringingen vollkommen gehörte, kam der Ort im Jahre 1806 an Bayern und wurde 1807  dem Justizamt Bissingen zugeteilt. Im Jahre 1813 bestand das Dorf aus 36, heute (1961) besteht es noch aus 33 Wohngebäuden.
Unterringingen ist Sitz einer alten Pfarrei (bereits 1247 wird erstmals ein Pfarrer von Unterringingen genannt). Der Kirchensatz war alt-oettingischer Besitz und kam durch Schenkung 1313 an die Johanniterkomturei Kleinerdlingen. Im Jahre 1556 wurde in Unterringingen, das seit Mitte des 16. Jahrhunderts zur Grafschaft Oettingen-Oettingen gehörte, die Reformation eingeführt. Der Versuch der Durchführung der Gegenreformation 1631/32 blieb ohne Erfolg, sodass Unterringingen heute noch protestantische Pfarrei ist. Die Pfarrkirche St. Lorenz mit einem mächtigen Chorturm stammt aus dem 14./15. Jahrhundert.

(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)