Warnhofen
Das Dorf Warnhofen liegt 4,5 km westlich von Bissingen auf den Jurahöhen über dem Kesseltal, nahe der Durchgangsstraße Höchstädt-Nördlingen.
Älteste Bodenfunde aus dem Bereich der Gemarkung entstammen der Spätbronzezeit (Urnenfelderzeit).
Der Ort wird erstmals 1393 genannt. Der Name, der zu den vielen, die Besiedlung des mittleren Kesseltals charakterisierenden -hofen-Orten gehört, bedeutet soviel wie zu den Höfen eines Warno oder Waro. Der Ort ist wohl als Ausbausiedlung (von Unterringingen her?) entstanden.
Die Grundherrschaft zu Warnhofen war zersplittert. Anteile hatten die Herrschaft Hochhaus (1575: 4 Höfe, 1 Lehen, 9 Sölden), die Herrschaft Hohenburg-Bissingen (1559: 5 Sölden) sowie die Herrschaft Diemantstein (1603 noch 1 Sölde, nachdem bereits 1455 1 Hof und 2 Sölden an die Herrschaft Hohenburg verkauft worden waren).
Warnhofen zählte im Jahre 1803 21 Wohnhäuser. Seitdem ist der Ort nur wenig gewachsen (1961: 25 Wohngebäude).
In kirchlicher Hinsicht gehörte Warnhofen ursprünglich zur Pfarrei Unterringingen. In dieser Pfarrei wurde 1556 die Reformation eingeführt. Die Untertanen der drei Herrschaften blieben aber zunächst weiterhin bei der Pfarrei Unterringingen, die zum Bereich der Herrschaft Hochhaus zählte, da auch in den Herrschaften Hohenburg-Bissingen und Diemantstein etwa zum gleichen Zeitpunkt die Reformation eingeführt wurde. Erst 1568 wurden die hohenburgischen Untertanen zu Warnhofen nach Fronhofen umgepfarrt, nachdem in dieser Herrschaft die Gegenreformation durchgeführt worden war, und 1629 wurden die diemantsteinischen Untertanen zu Warnhofen nach Diemantstein umgepfarrt, nachdem auch hier wiederum die katholische Lehre eingeführt worden war. Erst 1843 wurden auch die einst hohenburgischen katholischen Untertanen von Fronhofen nach Diemantstein umgepfarrt.1 km östlich von Warnhofen liegt gleichfalls auf der Jurahochfläche der Kömertshof, welcher 1236 erstmals als Kunebrehteshoven genannt wird. Dieser Ortsname bedeutet soviel wie zu dem Hof oder zu den Höfen eines Chunibrecht. Ursprünglich war hier die Herrschaft Hohenburg begütert. Von Ulrich v. Hohenburg kam die "villa" Kömertshof an seine Tochter Adelheid, die sich nach Kömertshof benannte, und von ihr 1270 an das Kloster Zimmern. Mit der Säkularisation dieses Klosters durch die protestantischen Grafen v. Oettingen-Oettingen (1557/58) gelangte der Besitz an deren Herrschaft Hochhaus, zu der im Jahre 1557 ein Hof zu Kömertshof gehörte. Im Jahre 1700 wurde Kömertshof von Oettingen-Oettingen an die Grafen v. Oettingen-Wallerstein veräußert, von diesen aber schon wenige Jahre später (1704) an Augsburger Patrizier weiterveräußert. Oettingen-Wallerstein erwarb aber 1787 Kömertshof zurück, welches nunmehr eine fürstliche Domäne bildete. In jüngerer Zeit erfuhr der Hof durch Ansiedlung von Heimatvertriebenen eine bedeutende Vergrößerung zu einem Weiler (1961: 7 Wohngebäude). In Kömertshof als altem Adelssitz bestand eine Pfarrei, die anfangs den gleichen Weg wie der Grundbesitz nahm. Im Jahre 1309 aber gab das Kloster Zimmern den Kirchensatz an der Kirche zu Kömertshof an das Domkapitel Augsburg, das ihn und die Einkünfte daraus bis 1685 behielt. Das alte Georgskirchlein wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen.
(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)