Zoltingen
Das Dorf Zoltingen liegt 7,5 km westlich von Bissingen an einem Juraweg im oberen Teil des Kesseltals.
Die Gemarkung Zoltingen ist altbesiedelter Boden. Funde liegen vor aus der Mittel- und Jungsteinzeit, Spätbronzezeit und besonders Keltenzeit (Verhüttung des anstehenden Bohnerzes).
Zoltingen geht wohl zurück auf eine alamannische Gründung des 7. Jahrhunderts, worauf am jenseitigen Talhang nördlich vom Ort aufgefundene Reihengräber dieser Zeit hinweisen, die aber ursächlich wohl kaum mit dem heutigen Dorf zusammenhängen.
Der Ort wird erstmals 1262 als Zaheltingen genannt, was soviel bedeutet wie zu den Leuten eines Zacholt. Damals saß zu Zoltingen ein niederes Adelsgeschlecht, das seinen Namen vom Ort herleitete, die Herren v. Zaheltingen. Diese werden zwischen 1262 und 1377 genannt und standen anfangs im Dienst der Herren v. Hohenburg, dann in dem der Grafen v. Oettingen. Die Herren v. Zoltingen hatten umfangreiche Besitzungen zu Zoltingen und veräußerten diese 1368 und 1376 an die Herren vom Stein (= Diemantstein). Von diesen dürft ein Teil der Güter an die Herren v. Westerstetten zu Dunstelkingen gekommen sein, die diesen Teilbesitz (2 Höfe, 15 Sölden) 1532 an die Grafen v. Oettingen(-Oettingen) veräußerten; er wurde deren Amt Hochhaus zugeteilt, zu dem im Jahre 1575 zu Zoltingen 3 Höfe und 19 Sölden gehörten. Der andere Teil blieb aber in der Hand der Herrschaft Diemantstein, die hier um 1603 2 Lehen und 3 Sölden besaß. Andere Rechte zu Zoltingen lagen seit alters beim Kloster Ellwangen, so die Landeshoheit, weshalb es sich erklärt, dass Zoltingen durch die Säkularisation der Fürstpropstei Ellwangen 1802/03 an Württemberg kam und erst durch den bayerisch-württembergischen Grenzvertrag von 1810 unter bayerische Oberhoheit gelangte. Er unterstand zunächst dem Landgericht Nördlingen und wurde 1852 dem Landgericht Bissingen zugeteilt.
Zoltingen bestand im Jahre 1813 aus 30 Wohnhäusern. Seit dieser Zeit hat sich an diesem Bestand nur wenig geändert (1961: 29 Wohngebäude).
In kirchlicher Beziehung gehört Zoltingen noch heute zur Urpfarrei des oberen Kesseltals, zu Unterringingen.(Aus "DER LANDKREIS DILLINGEN, EHE DEM UND HEUTE", 2. neubearbeitete Auflage 1982)